Osterbräuche - Jutrowne nałožki

Das Osterfest ist bei den Sorben mit vielen Sitten und Bräuchen verbunden, die in der Familie oder Gemeinschaft gepflegt werden.

Zu Ostern wird heute noch das traditionelle Patengeschenk verschenkt. In der Oberlausitz nennt man es Gründonnerstagsgeschenk, da es die Patenkinder bereits ab diesem Tag bekommen. Meist sind es zwei bis drei gefärbte oder verzierte Ostereier, etwas Geld oder ein Kleidungsstück und Süßigkeiten. Früher gab es anstelle der Süßigkeiten einen Lebkuchen und die Patensemmel. In der Spreewaldgemeinde Burg hat sie die Form eines Palmenwedels. Seit einigen Jahren wird sie dort vom Bäcker Mieth wieder gebacken und an die Patenkinder verschenkt.

Aus der Vergangenheit ist ein Kinderspiel mit Ostereiern, das Waleien, bekannt, dem ursprünglich ein Fruchtbarkeitszauber zugrunde lag. Man glaubte, durch das Kullern der Eier über Wiesen und Felder Wachstum und gedeihen der Saat günstig zu beeinflussen.

Jutry w Serbach su z wjele wašnjemi a nałožkami zwjazane, kotrež so w swójbje abo zhromadnosći haja.

K jutram hišće dźensa kmótřa swojim mótkam dary dawaja. W Hornjej Łužicy je to přeco zeleny štwórtk. Zwjetša su to dwě abo tři barbjene abo pisane jutrowne jejka, por pjenježkow abo něsto k woblekanju a słódkosće. Něhdy su město słódkosćow poprjančki a zelenoštwórtkownu całtu darili. W błótowskich Bórkowach ma wona formu palmoweje wjechle. Něšto lět ju tam pjekar Mieth nětko zaso pječe za mótkow.

Ze staršich časow zdźeržena je dźećaca hra z jutrownymi jejkami, walkowanje, kotrež ma kuzło płódnosće jako zakład. Kulenje jejkow po łukach a polach měješe sywam tyć.

Ostereier verzieren/Debjenje jutrownych jejkow

Seit alters her gilt das Ei als Symbol für den Ursprung allen Lebens. Daher ist auch der jahrhundertealte Frühlingsbrauch des Verschenkens von Eiern weit verbreitet. Die im Ei innewohnende Lebenskraft soll somit auf den Beschenkten, z.B. das Patenkind, übergehen.

So werden seit Generationen in den Dörfern der Lausitz am Karfreitag auch heute noch von vielen Familien Ostereier verziert, um sie am Ostersonntag zu verschenken.

Das Schmücken von Eiern ist eines der ältesten Zeugnisse künstlerischer Gestaltung und Tradition vieler Völker. Doch jedes Volk hat seine Eigenart und Besonderheit im Verzieren von Eiern. Sorbische Ostereier sind weit über das Land hinaus bekannt und ein beliebtes Souvenir aus der Lausitz.

Das Ostersingen/Jatšowne spiwanje

Das Ostersingen ist ein tiefreligiöser Brauch, der noch in den 1950er Jahren vielerorts bei den Sorben üblich war. Die aus den Spinnstuben hervorgegangene Singgemeinschaft der Mädchen und Frauen schritt, in Reihen geordnet und geistliche Lieder singend, durch das Dorf und um die Äcker. Diese Flurumschreitungen sollten vor Bösem schützen und für eine gute Ernte sorgen. Das Ostersingen begann vier Wochen vor Ostern, hatte seinen Höhepunkt am Karfreitag und in der Osternacht und endete am Ostersonntagnachmittag. 

In den Dörfern um Schleife gingen kleine Gruppen von jungen, unverheirateten Mädchen und Frauen gingen in der Osternacht zu jedem Haus ihres Dorfes und sangen Choräle, um die Auferstehung des Herrn zu verkünden. Dies begann spätestens mit dem Glockengeläut um Mitternacht und endete in den Morgenstunden, meist auf den Singebänken des Dorfes. Diese Bänke, auf denen die Mädchen und Frauen sitzend sangen, standen eigens dafür an einer bestimmten Stelle im Ort.

Das Oster-Patengeschenk/Kmotciski dar

Die Ostersemmel ist als Patengeschenk nach wie vor in der gesamten Lausitz sehr beliebt. ln der Regel verschenken die Paten die Semmel an ihre Patenkinder am Gründonnerstag. lst die Ostersemmel in der Mittel- und Oberlausitz aus drei Teigsträngen geflochten, was die heilige Dreieinigkeit symbolisiert, stellt sie in Burg im Spreewald ein Palmblatt dar und erinnert damit an den Einzug Jesu in Jerusalem. Oftmals werden mit der Ostersemmel zwei bis drei ein- oder mehrfarbige Ostereier verschenkt oder auch ein kleines Geldgeschenk. lm Schleifer Kirchspiel wie auch in der Niederlausitz ist am Ostersonntag oder -montag das ,,Nach Eiern gehen" üblich. Die Kinder holen sich ihr Patengeschenk selbst ab.

Klappern/Klepotanje

Die Karwoche ist geprägt durch Buße, Stille, Andacht und gemeinsames Beten. Während der heiligen Messe am Gründonnerstag verstummen die Kirchenglocken, die Orgel und auch die Altarschellen der Ministranten, um an die Leidenszeit Jesu Christi von seinem Tod bis zur Auferstehung zu erinnern. In einigen Dörfern der katholischen sorbischen Lausitz sind am Karfreitag und Karsamstag Kinder im Alter von vier bis vierzehn Jahren mit Ratschen (Holzklappern) unterwegs. Sie gehen früh, mittags und abends durchs Dorf und beten an jedem Wegkreuz. Anstatt der sonst erklingenden Glocken ist ihr kräftiges Geklapper zu hören. Damit fordern sie die Menschen auf, so wie sie selbst, den Angelus zu beten.

Das Waleien/Walkowanje

Das Ei ist seit jeher ein Fruchtbarkeitssymbol. Die Menschen glaubten einst das Gedeihen und Wachsen der Saaten zu fördern, indem sie Eier über Wiesen und Flure rollten. So gingen früher Kinder mit ihren geschenkten Ostereiern zum Ostereierrollen, Waleien genannt.

Dabei ließen sie die Ostereier über eine natürliche Bahn nacheinander hinabrollen und versuchten damit, andere zu treffen. Wem dies gelang, der konnte sich das getroffene Ei behalten oder bekam einen Pfennig oder eine Stecknadel. Heutzutage ist das Waleien besonders beliebt in Kindereinrichtungen, Schulhorten oder bei öffentlichen  Veranstaltungen. Eierrollen in einer schräg gestalteten Grube und kleine Preise sorgen auch im privaten Kreis und unter Freunden für mancherlei Vergnügen.

Osterfeuer/Jatšowny wogeń

In der Niederlausitz lodern in der Osternacht in mehr als 100 Dörfern Osterfeuer nach altem Brauch, der auf den Volksglauben von der reinigenden Kraft des Feuers zurückgeht. Je nach Ortslage befinden sich die hoch aufgetürmten Haufen mit Reisig und allerlei Gartenunrat an einem sich kreuzenden Weg, am Spreeufer oder auf einer Anhöhe. Um Mitternacht wird das Feuer angezündet und es gilt, je weiter der Schein des Feuers, desto fruchtbarer die umliegenden Wiesen und Felder. In der Nacht wird von den Dorfburschen so allerlei Schabernack getrieben, der jedoch nicht ernst genommen werden sollte.


We wěcej ako 100 dolnołužyskich jsach se płomjeniju w jatšownej nocy jatšowne wognje pó starem nałogu, ako póchada wót ludoweje wěry do cysćeceje mócy wognja. Wótwisujucy wót połoženja jsy su wjelike gromady chabźa a wšakego njerěcha z gumnow na kśicowanju puśowu, pśi sprjewinem brjogu abo na wušynje nasypane. Połnoc se wogeń zapalijo a šym dalej swěśi, śim płodnjejše budu wokolne łuki a póla. W nocy wejsańske gólcy cesto jatšowne žorty gótuju, to pak njedejało se za zło wześ.

Osterwasser/Jatšowna wóda

Vereinzelt wird in der Osternacht vor Sonnenaufgang aus einem Fließ oder Brunnen Osterwasser geholt, dem eine besondere Kraft zugesprochen wird. Es heilt Mensch und Tier, fördert die Gesundheit, Schönheit und Fruchtbarkeit und es verdirbt nicht. Das Osterwasser muss schweigend geschöpft und heimgetragen werden, sonst wird es kraftlos und ist „Plapperwasser“. 

Na jadnotliwych městnach w jatšownej nocy pśed zejźenim słyńca z groble abo studnje jatšownu wódu póceraju, kótaraž dej měś wósebnu móc. Góji luźa a zwěrje, tyjo strowju, rědnosći a płodnosći a se njeskazyjo. Jatšownu wódu musyš mjelcajucy domoj donjasć, wacej zgubijo swóju móc.

Osterreiten/Křižerjo

Ein Ereignis besonderer Art ist das Osterreiten der katholischen Sorben in ihren sieben Kirchspielen und der Bautzener Domgemeinde am Ostersonntag. Aus vorchristlichen Flurumgängen und -umritten zum Erbitten günstiger Bedingungen für ein gutes Aufgehen der Saat und deren Bewahrung vor den Unbilden der Natur entwickelten sich christliche Prozessionen. Heute erinnert nur noch in Ostro der morgendliche Saatumritt an die ursprünglichen Flurumgänge. 

Von Kirchspiel zu Kirchspiel wird die Frohbotschaft vom auferstandenen Christus getragen. Festlich gekleidete Reiter in Gehrock und Zylinder führen Kirchenfahnen, Kreuz und Statue des Auferstandenen auf prächtig, mit edlem Zaumzeug, Blumenranken und mit bestickten Schleifen geschmückten Pferden. Alljährlich beteiligen sich über tausend Reiter am Osterreiten, obwohl sie sich meist von weither die Pferde ausborgen. Die enge Bindung der katholischen Sorben an ihren Glauben und an die sorbische Nationalität begründen den Aufwand und die Bemühungen um das Fortleben dieses religiösen Volksbrauches. Manch ein in entfernten Städten wohnender Angehöriger kommt Ostern nach Hause, um mitzureiten. Erfreulich ist die Anzahl jugendlicher Osterreiter. Beim ersten Mal wird als äußeres Zeichen am Revers ein grünes, zum 25. Jubiläumsritt ein silbernes und zum 50. ein goldenes Kränzchen getragen. Das Singen sorbischer kirchlicher Osterlieder und das laute Gebet beeindrucken tief.

Alljährlich wächst die Zahl der Zuschauer. Noch vermochte dies die Osterreiter dank ihres innigen Verhältnisses zum Brauch nicht zu beeinflussen und diesen zur bloßen touristischen Attraktion werden zu lassen.

In der Niederlausitz ist im alten wendischen Kirchsprengel Zerkwitz bei Lübbenau das Osterreiten 1998 neu belebt worden, welches in der Zeit der Reformation verboten wurde. 


Wosebity podawk su křižerske procesiony katolskich Serbow w sydom hornjołužiskich wosadach a w Budyskim tachantstwje jutrownu njedźelu. Z předkřesćanskeho wobchodźenja a wobjěchanja honow za wuprošenje dobrych wuměnjenjow za sywy a škit před mocami přirody su so křesćanske procesiony wuwili. Dźensa dopomina jenož hišće we Wotrowje ranše jěchanje na prěnjotne wobchodźenje honow.

Wot wosady k wosadźe so njese wjesołe posołstwo z rowa stanjenja Chrystusa. Křižerjo w swjedźenskej drasće z čornej suknju a cylindrom wjedu cyrkwinej chorhoji, Božu martru a statuwu z rowa stanjeneho, jěchajo na krasnje z nadobnymi wuzdami, kwětkowymi wobwitkami a wušiwanymi bantami wupyšenych konjach. Kóžde lěto je wjace hač tysach křižerjow, byrnjež sej konja zwjetša zdaloka wupožčić dyrbjeli. Kruty zwisk katolskich Serbow k swojej wěrje a serbskej narodnosći stej přičina za wobšěrnosć prócowanjow wo zdźerženje tutoho nabožneho ludoweho nałožka. Někotryžkuli přiwuzny z dalokeho města wróći so k jutram domoj, zo by sobu jěchał. Zwjeselaca je ličba młodostnych křižerjow. Prěni raz njese křižer jako wonkowne znamjo zeleny wěnčk při rewersu, k 25. jubilejej slěborny a k 50. złoty. Spěwanje serbskich kěrlušow a hłósne modlitwy zawostajeja hłuboki zaćišć.

 Kóžde lěto rosće ličba přihladowarjow. Dźakowano nutrnemu poměrej křižerjow k nałožkej njeje so wón dotal na jednoru turistisku atrakciju přeměnił.

W Delnjej Łužicy w starej serbskej wosadźe Cerkwicy pola Lubnjowa je so 1998 jutrowne jěchanje zaso nowo wožiwiło, kotrež bu w reformaciskim času zakazane.